KI Forschung & Wissenschaft
KI-News-Dossier: WhatsApp testet neue Datenschutzfunktion und Smithsonian setzt künstliche Intelligenz ein
WhatsApp testet eine neue Funktion, die es ermöglicht, ausgewählte Chats auf verknüpften Geräten zu verbergen. Die Smithsonian Institution setzt künstliche Intelligenz ein, um Verbindungen zwischen Artefakten aus der Amerikanischen Revolution zu erforschen. Zudem wurde eine alte Etrusker-Tomba mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und akustischen Techniken wiederbelebt. Ollama hat seine Software um die Unterstützung von Entscheidungsmodellen erweitert. Diese Modelle ermöglichen es Nutzern, KI-Modelle lokal auf ihren Rechnern zu betreiben.
Wichtigste Punkte
- WhatsApp testet neue Datenschutzfunktion
- Smithsonian setzt künstliche Intelligenz ein
- Etrusker-Tomba wiederbelebt mit Hilfe von künstlicher Intelligenz
- Ollama erweitert Software um Entscheidungsmodelle
Chronologie / Entwicklungen
- WhatsApp testet neue Datenschutzfunktion
- Smithsonian setzt künstliche Intelligenz ein, um Verbindungen zwischen Artefakten aus der Amerikanischen Revolution zu erforschen
- Etrusker-Tomba wiederbelebt mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und akustischen Techniken
- Ollama erweitert Software um Entscheidungsmodelle, die es Nutzern ermöglichen, KI-Modelle lokal auf ihren Rechnern zu betreiben
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WhatsApp für Android: Neue Funktion verbirgt Chats auf verknüpften Geräten
WhatsApp testet eine neue Datenschutzfunktion für Android-Nutzer, die es ermöglicht, ausgewählte Chats auf verknüpften Geräten zu verbergen. Diese Funktion, bekannt als "eingeschränkte Chats", sorgt dafür, dass bestimmte Konversationen nur auf dem primären Smartphone sichtbar sind und auf anderen Geräten wie Laptops oder Tablets nicht abgerufen werden können. Nutzer müssen diese Funktion manuell in den Chat-Informationen aktivieren, wobei sie derzeit nur für Einzelchats verfügbar ist und Gruppenunterhaltungen nicht unterstützt werden. Bei Aktivierung gelten zusätzliche Einschränkungen, wie das Verhindern des automatischen Speicherns von Medien in der Fotogalerie. Die Funktion wird schrittweise an ausgewählte Betatest-Teilnehmer verteilt, wobei die Freischaltung serverseitig erfolgt. Trotz dieser Neuerung bleibt die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Nachrichten und Sprachanrufe bestehen, was die Sicherheitsarchitektur nicht verändert. Eine offizielle Bestätigung von WhatsApp steht noch aus, und es gibt keinen Zeitplan für die Veröffentlichung in der stabilen Version.
Ollama unterstützt jetzt Entscheidungsmodelle
Ollama hat seine Software um die Unterstützung von Entscheidungsmodellen erweitert, die es Nutzern ermöglichen, KI-Modelle lokal auf ihren Rechnern zu betreiben. Diese Modelle sind speziell darauf ausgelegt, gezielte Fragen zu beantworten, was für Entwickler, die Automatisierungsprozesse optimieren möchten, von großem Interesse ist. Die Implementierung erfolgt über die Jev-API von TypeSafe, die es ermöglicht, Text und Fragen in einer einzigen Anfrage zu verarbeiten und typisierte Antworten mit Wahrscheinlichkeiten und Confidence-Werten zu erhalten. Ollama bietet drei Modelle an, darunter das quelloffene Modell nimble mit 9 Milliarden Parametern, das eine Genauigkeit von 75,7 Prozent erreicht hat. Die lokale Verarbeitung sorgt für schnellere Reaktionszeiten, wobei nimble auf einem MacBook Pro durchschnittlich 91 Millisekunden pro Entscheidung benötigt. Zukünftig plant Ollama, die Verarbeitungsgeschwindigkeit auf Apple-Silicon-Rechnern zu verbessern und weitere Modelle für verschiedene Entscheidungsarten anzubieten.
How the Smithsonian is using AI to connect artifacts from the American Revolution
Die Smithsonian Institution setzt künstliche Intelligenz ein, um ihre Sammlung zur Amerikanischen Revolution besser zu analysieren und Verbindungen zwischen Artefakten herzustellen. Im Rahmen des Projekts "Revolution Crossroads" nutzen Forscher seit Frühjahr AI-Modelle, um Verknüpfungen zu entdecken, die zuvor aufwändige manuelle Recherchen erforderten. Ein Beispiel ist die Entdeckung eines Silberschmieds, der 1774 Anzeigen für einen Sahnekännchen schaltete, ähnlich einem Exemplar im Nationalmuseum für amerikanische Geschichte. Ziel des Projekts ist es, neue Geschichten über weniger bekannte Personen aus der Zeit der Nationenbildung zu erforschen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Digitalisierung von etwa 10.000 Objekten aus der Zeit von 1770 bis 1810 ermöglicht es, dass sowohl die Öffentlichkeit als auch Wissenschaftler die Sammlungen online durchsuchen können. Becky Kobberod, Chief Digital and Innovation Officer, betont die Notwendigkeit menschlicher Aufsicht, um Nuancen zu erkennen, die Maschinen möglicherweise entgehen. Trotz der Herausforderungen sieht sie die Chancen, die AI für die Institution bietet, und hebt hervor, dass diese Technologie nicht ignoriert werden kann.
How the Smithsonian is using AI to connect artifacts from the American Revolution
Die Smithsonian Institution setzt künstliche Intelligenz (KI) ein, um Verbindungen zwischen Artefakten aus der Amerikanischen Revolution zu erforschen und das Verständnis der US-Geschichte zu vertiefen. Im Rahmen des Projekts "Revolution Crossroads" nutzen Forscher KI-Modelle, um schnell Verknüpfungen zu identifizieren, die zuvor zeitaufwändige manuelle Recherchen erforderten. Ein Beispiel ist die Entdeckung eines Silberschmieds, der eine ähnliche Sahnekanne wie ein im Smithsonian beworbenes Stück in Zeitungsanzeigen anpries. Ziel des Projekts ist es, neue Geschichten über weniger bekannte historische Figuren zu erzählen und das öffentliche Wissen zu erweitern. Becky Kobberod, die digitale Innovationsbeauftragte, hebt die Bedeutung menschlicher Aufsicht hervor, da Historiker wichtige Nuancen erkennen können, die Maschinen möglicherweise entgehen. Gleichzeitig wird die Nutzung von KI in einem sensiblen politischen Kontext kritisch betrachtet. Trotz dieser Herausforderungen sieht Kobberod die Notwendigkeit, die Potenziale von KI zu nutzen und zukunftsorientiert zu denken.
How AI helped bring an ancient tomb dating to before the Roman empire back to life
Die Forschung zu den Etrusker-Tombas hat ergeben, dass diese nicht nur als Grabstätten, sondern auch als sensorisch immersive Umgebungen konzipiert waren, die das Erlebnis der Lebenden beeinflussten. Mithilfe von künstlicher Intelligenz und akustischen Techniken untersuchten Wissenschaftler die akustischen Eigenschaften der Tomba dei Demoni Azzurri und der Tomba del Gallo. Dabei wurde festgestellt, dass die Tombas mit intensiven Klängen und Lichtspielen gestaltet waren, um eine dramatische Atmosphäre zu schaffen. Diese Kombination aus visuellen und akustischen Elementen schuf eine Art Theaterraum, der die Wahrnehmung der Besucher manipulierte und die Verbindung zwischen Leben und Tod verstärkte. Die Forscher argumentieren, dass die Grabstätten auch für Rituale und Feierlichkeiten genutzt wurden, was ihre Bedeutung für die Etrusker-Gesellschaft unterstreicht. Diese Erkenntnisse fordern eine Neubewertung der Bestattungsarchitektur im antiken Mittelmeerraum, da die komplexe Gestaltung von Raum und Sinneseindrücken möglicherweise noch nicht ausreichend gewürdigt wird.
Elefantenkommunikation: KI ordnet 902 Brummlaute sechs Situationen zu
Ein US-Forschungsteam hat in einer Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Scientific Reports, 902 Brummlaute von 84 wilden afrikanischen Savannenelefanten analysiert und diese sechs sozialen Situationen zugeordnet. Die Ergebnisse zeigen, dass diese Lautäußerungen nicht zufällig sind, sondern spezifische Kommunikationsfunktionen im sozialen Leben der Elefanten erfüllen. Durch die systematische Erfassung der Laute aus verschiedenen Familiengruppen konnten individuelle und gruppenspezifische Merkmale berücksichtigt werden, was bei herkömmlichen bioakustischen Analysen oft schwierig ist. Die automatisierte Analyse der Lautstrukturen ermöglicht es, subtile Klangnuancen präzise zu unterscheiden und die sozialen Interaktionen der Elefanten zu verstehen, ohne deren natürliche Verhaltensweisen zu stören. Diese Methodik bietet neue Perspektiven für die kognitive Verhaltensforschung und zeigt, wie Algorithmen den sozialen Kontext von Lauten vorhersagen können, was wertvolle Ansätze für die Untersuchung komplexer Kommunikationsstrukturen bei Wildtieren liefert.
Claude Code 2.1.287: Anthropic öffnet das Werkzeug für eigene Mods
Anthropic hat mit der Version 2.1.287 seines Programmierwerkzeugs Claude Code eine Modifikationsfunktion eingeführt, die Entwicklern erlaubt, Arbeitsabläufe in der Befehlszeilenschnittstelle und im Code-Tab der Desktop-Anwendung anzupassen. Diese Erweiterungen, die auf JavaScript und TypeScript basieren, ermöglichen tiefgreifende Eingriffe ins System, bergen jedoch Sicherheitsrisiken, da sie mit den Rechten des Nutzers operieren und nicht isoliert sind. Anthropic rät dazu, nur vertrauenswürdige Mods zu installieren und bietet Sicherheitsfunktionen wie die Validierung angeforderter Aktionen vor deren Ausführung an. Nutzer können zudem alle Erweiterungen für eine Sitzung deaktivieren, um Risiken zu minimieren. Die Aktualisierung bringt auch praktische Modifikationen mit sich, wie das Anhalten riskanter Shell-Befehle und die Visualisierung der Kontextauslastung. Zudem wurde das Kontextfenster für das Modell Opus auf 1 Million Tokens erweitert, was die Verarbeitungskapazität erheblich steigert. Diese Entwicklungen stellen jedoch neue rechtliche und cybertechnische Herausforderungen für Unternehmen dar.
(Klima-)Expertise unter Druck – Wissenschaft steht vermehrt unter Druck von KI und Politik
Der Klimaphysiker Reto Knutti von der ETH Zürich warnt vor dem zunehmenden Druck auf die Wissenschaft durch politische Einflüsse und die Verbreitung von künstlicher Intelligenz (KI). In der Schweiz und anderen europäischen Ländern werden wissenschaftliche Studien oft selektiv interpretiert und Publikationen verzögert, was die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft gefährdet. Kommunikationswissenschaftlerin Silke Fürst betont die Notwendigkeit, dass Experten durch KI-Tools sichtbar bleiben und verlässliche Informationen öffentlich diskutieren. Politikwissenschaftler Michael Hermann sieht in der KI auch Chancen für Fachleute, da persönliche Erfahrungen und bekannte Gesichter weiterhin gefragt sind. Trotz der Herausforderungen durch soziale Medien und politische Skepsis bleibt die Rolle der Experten unverzichtbar, da KI menschliche Erfahrung und Expertise nicht ersetzen kann. Die Diskussion über die Transparenz der Datenbasis von KI und die kritische Auseinandersetzung mit diesen Technologien wird als entscheidend für die Zukunft der wissenschaftlichen Expertise betrachtet.